HERZKASPERL
UND ZUCKERPUPPE

Ihr Podcast über Gesundheit, Wohlbefinden und andere relevante Themen rund um die Medizin. Unsere Experten geben in jeder neuen Folge einen Überblick über ein Thema und möchten zum Nachdenken anregen.

  • FOLGE 1

    Herzensbildung – Interview mit der Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie

    In der Folge mit Dr. Andrea Podczek-Schweighofer dreht sich alles rund um das Herz. Wir widmen uns den Vorzeichen von Herzerkrankungen bzw. eines Herzinfarkts und den Unterschieden zwischen Männern und…

    FOLGE 1

    Herzensbildung – Interview mit der Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie

    Dr. Roman Szeliga

    Er ist Arzt und Manager, Moderator, Vortragender und Autor. Die…More

    Er ist Arzt und Manager, Moderator, Vortragender und Autor. Die Klammer, die all das zusammenhält, ist der Humor: als soziale Kompetenz, die in der Lage ist, Menschen zu motivieren, mitzureißen und zu führen.

    Als Mitbegründer der CliniClowns erkannte Dr. Szeliga die positiven Auswirkungen des Humors auf die gesundheitliche Heilung schwerkranker Kinder. Heute setzt er sich als Vortragender dafür ein, dass auch Unternehmen das Potenzial des Humors erkennen und nutzen. Humorvoll und kurzweilig wird er uns heute durch das Interview führen.

    Less

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer

    Nach der Promotion 1979 absolvierte Andrea Podczeck-Schweighofer ihre Turnus- und…More

    Nach der Promotion 1979 absolvierte Andrea Podczeck-Schweighofer ihre Turnus- und fachärztliche Ausbildung für Innere Medizin im Wilhelminenspital in Wien. 1988 erwarb sie den Facharzttitel für Innere Medizin, in den Folgejahren die Additiv-Facharzttitel in Kardiologie und internistischer Intensivmedizin. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit führte sie zu mehreren Auslandsaufenthalten, 1984 zu einem längeren Aufenthalt an das St. Bartholomew’s Hospital nach London, 1986 zwei Jahre an die Kardiologische Universitätsklinik in Düsseldorf. 1995 wurde sie Universitätsdozentin, mit Schwerpunkt ihrer klinischen Tätigkeit in der Kardiologie. 2004 übernahm sie als Primaria die Leitung der Kardiologischen Station im SMZ Süd. 2016 wurde sie Universitätsprofessorin an der Sigmund Freud Universität in Wien und seit Juni 2017 ist sie Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft.

    Less

    Merck Cast – Der Gesundheitspodcast

    Folge 1: Herzensbildung – Interview mit der Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie

     

    Dr. Roman Szeliga: Herzlich willkommen an einem Tag, an dem es um das Herz geht. Ich begrüße ganz herzlich, Frau Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer – ihres Zeichens nicht nur Internistin, Kardiologin und auch Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie, sondern auch ein Mensch mit Herz. Dazu kommen wir gleich.

    Frau Professor, im Vorfeld unseres Gesprächs habe ich ein bisschen recherchiert, warum das Herz so wichtig ist für unser Leben. Unser Herz schlägt ca. 70 Mal pro Minute, das wissen vielleicht die meisten noch. Aber dass es 100.000 Mal am Tag und insgesamt bis zu unserem 70. Lebensjahr 2,5 Milliarden Mal schlägt – das ist ganz schön oft – wissen viele vielleicht nicht. 70 bis 80 Milliliter Blut pumpt es pro Herzschlag, 6 Liter pro Minute und jährlich so viel, dass wir ein ganzes Olympia-Schwimmbecken füllen könnten (25×50 Meter). Das alles schafft unser Herz und trotzdem kümmern wir uns anscheinend viel zu wenig darum.

    Heute ist Valentinstag – die Frage ans Auditorium: Wer von Ihnen ist derzeit verliebt? Oder kann sich daran erinnern?

    (Lachen aus dem Publikum.)

    Auch das hebt den Herzschlag etwas an. Da schlägt das Herz ein bisschen anders. Das weibliche Herz schlägt durchschnittlich ein bisschen schneller, als das männliche Herz. Da gibt es ein kleines Experiment für den Abend – schauen Sie ihrem Partner in die Augen. Nach 3 Minuten schlägt das Herz dann synchron.

    (Lachen.)

    Dr. Roman Szeliga: Frau Professor, wieso liegt Ihnen das Herz so am Herzen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Weil ich die Menschen sehe, die nicht auf ihr Herz geachtet haben. Ich sehe üblicherweise Patientinnen und Patienten, deren Herz erkrankt ist aus verschiedenen Gründen. Sehr häufig, weil die Herzkranzgefäße verkalkt sind oder so verstopft sind, dass das Resultat ein Herzinfarkt ist. Das ist eine lebensbedrohliche Situation. Wenn man da nicht rechtzeitig etwas tut, dann stirbt ein mehr oder weniger großer Teil des Herzmuskels ab. Das hat für den Patienten gravierende Folgen, selbst wenn er diese Situation überlebt.

    Je mehr ich mich mit Krankheiten beschäftige, ist mein Ziel die Botschaft auszusenden: „Lasst es dazu nicht kommen.“

    Dr. Roman Szeliga: Jetzt haben wir im Vorfeld ein bisschen geplaudert. Es hat extreme Fortschritte in der Therapie, Diagnostik und Vorsorge gegeben. Wir können glücklich sein, in einer Zeit zu leben, wo es viele Möglichkeiten gibt. Trotzdem ist die Herz-Kreislauf-Erkrankung eine der häufigsten Todesursachen mit all ihren Nebeneffekten. Was sind die aktuellen Probleme? Warum ist das nach wie vor so ein Problem, dass die Menschen zu wenig auf ihr Herz hören oder schauen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Das ist wahrscheinlich ein psychologisches Problem, warum sich Menschen nicht um mögliche Krankheitsentstehungen kümmern. Ein junger Mensch steckt das natürlich weg – auch die Zigarette am Abend in der Disco ist für einen 20- oder 25-Jährigen noch nicht bedeutsam für die spätere Arteriosklerose, also die Verkalkung des arteriellen Gefäßsystems. Je länger der Zustand aber anhält und je besser wir im Verdrängen der möglichen Schäden für unser Herz sind – ich glaube nämlich, dass die meisten Menschen eigentlich wissen, was gut oder schlecht ist für ihr Herz – …

    Dr. Roman Szeliga: … es aber nicht tun…

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: … aber es nicht tun. Und je mehr Jahre ins Land ziehen und die schädlichen Noxen auf das Gefäßsystem wirken, umso höher ist die Komplikationsrate.

    Dr. Roman Szeliga: Ist dieses Verhalten ein bisschen eine Reaktion darauf, dass es so viele Möglichkeiten gibt? Andere sollen das machen, aber ich esse weiter, gehe nicht zum Sport und lebe ungesund. Wie kann man das verbessern? Vom erhobenen Zeigefinger haben die Patientinnen und Patienten genug.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Der wirkt nicht gut.

    Ich glaube noch immer an die Intellektualität des Menschen, wenn man Zusammenhänge herstellt und, dass man ab und zu ein schlechtes Gewissen hat, damit man sich bessert oder dass man an sich arbeitet, auch wenn man gute Taten unterbreitet.

    Wenn ich Vorträge vor Laienpublikum halte und sage, es ist erwiesen, dass fünf Mal wöchentliche Bewegung von 30 Minuten pro Tag einen wirklichen Nutzen in einer großen Gesellschaftsgruppe, die untersucht wurde, bringt, um nicht an einem Herzinfarkt zu erkranken oder zu versterben, ändern zumindest manche Leute ihr Leben in diese Richtung. Die Tragödie ist, dass es oft zum Kollaps eines Gefäßes kommen muss.

    Dr. Roman Szeliga: Typisch österreichisch, dass die „Watschen“ kommen muss und man denkt, hoffentlich passiert nicht mehr. Es gibt einen schönen Vergleich: Man empfiehlt, dass jeder Mensch mindestens 3 Mal pro Tag 30 Minuten mit dem Hund spazieren gehen soll – auch wenn er keinen Hund hat.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Das ist eine sehr gute Empfehlung.

    Dr. Roman Szeliga: Braucht es nicht manchmal so schöne plakative Vergleiche? Wir haben alle gehört, man soll mehr Sport treiben, mehr Bewegung machen. Aber vielleicht gibt es Tipps oder Tricks, die jeder machen kann? Z.B. für einen Manager, der den ganzen Tag viel zu tun und keine Zeit für Spaziergänge hat.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ja. Bewegung ist essenziell. Da wir alle furchtbar wenig Zeit haben und tatsächlich manche abends so spät nach Hause kommen, dass 30 Minuten laufen scheinbar nicht drinnen sind, empfehle ich es möglichst in den Alltag zu integrieren. Es gibt Daten, dass Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wesentlich größere Strecken zu Fuß gehen. Ganz einfach: Wenn man mehrere Stockwerke zu bewältigen hat, sich zu zwingen, nie, nie, nie den Lift zu benutzen, sondern ausschließlich die Stiegen zu steigen. Da kann man relativ viele Schritte im Laufe eines Tages dazu gewinnen.

    Dr. Roman Szeliga: Machen Sie das selbst?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ja. Das war eines meiner obersten Ziele. Ich hatte einen sehr strengen Lehrer. Wenn er junge Assistenten am Lift stehen hat sehen, war man unten durch. Das habe ich mir bis an den Rest meines Lebens gemerkt.

    Dr. Roman Szeliga: Da hat auch ein bisschen die Angst mitgespielt sozusagen, vom Chef gesehen zu werden?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ja, ein bisschen. Aber das ist nicht schwer. Zwei Stockwerke zu gehen ist kein Problem. Aber es wird selten gelebt. Vor den Liften stehen Trauben von Menschen.

    Dr. Roman Szeliga: Und fahren dann vielleicht noch mit dem Auto ins Fitness-Studio.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Genau.

    Dr. Roman Szeliga: Vielleicht ist das auch ein Thema, diese Routine. Wir haben im Leben viele Dinge, die wir routinemäßig tun. Wäre das nicht auch ein Ansatz, den Sport als Routineprogramm ins Leben zu integrieren? Also fix Montag und Mittwoch ins Fitness-Studio oder mit dem Hund spazieren gehen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ich glaube, der Mensch braucht so etwas wie ein Raster für sein Leben, um auch seine Arbeit danach auszurichten, soweit es möglich ist.

    Dr. Roman Szeliga: Jetzt hört man immer von Menschen, die besonders gefährdet sind. Menschen, die viel Stress und viel Verantwortung haben, übergewichtig sind, sich nicht viel bewegen. Die typische Managerkrankheit. Aber ich glaube, da hat sich in der letzten Zeit einiges getan. Es sind nicht nur die, die wir glauben, behandeln zu müssen.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Die koronare Herzkrankheit, die Verkalkung der Kranzgefäße, ist garantiert keine Managerkrankheit. Wir finden sie gerade in Bevölkerungsgruppen, die sich schlecht ernähren – und das sind üblicherweise keine Manager, sondern Menschen, die sogenanntes Junkfood schnell an der U-Bahn-Haltestelle konsumieren oder im Lift den Burger zu Ende essen. In diesen Bevölkerungsgruppen kommen wesentlich häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Auch der Nikotinkonsum ist in diesen Bevölkerungsgruppen eindeutig höher.

    Dr. Roman Szeliga: Und wo liegt zwischen Männern und Frauen der Unterschied?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Der Unterschied liegt in dem Fall günstig für die Frauen, indem sie im Schnitt zehn Jahre später erkranken. Sowohl was Schlaganfall als auch Herzinfarkt betrifft. Weil Frauen durch die natürlich wirkenden Hormone, die Östrogene, geschützt sind. Das ist der Grund, wieso bis zur Menopause es selten ist, dass Frauen mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus kommen. Wenn allerdings die natürliche Wirkung nachlässt, dann gilt wieder Gleichheit.

    Dr. Roman Szeliga: Es ist spannend für mich zu sehen, dass Frauen viel später zum Arzt gehen, der sie zumindest einmal begutachtet, als wir Männer. Die Frauen sagen, sie haben viel Belastung durch Kinder und Job. Da wird schon nichts sein. Wie kann man ein bisschen daran arbeiten, dass man gerade, wenn wir es vielleicht noch nicht so ernst spüren, trotzdem die ersten Warnzeichen erkennen können – vor allem als Frau?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Erstens: Wissen vermitteln durch Aufklärung, dass die Symptome durchaus ein bisschen anders sein können. Nicht so dramatisch.

    Dr. Roman Szeliga: Wie zum Beispiel?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Das kann ein Schmerz, der sich im Oberbauch projektiert, sein. Oft ist es nur eine starke Übelkeit. Diffus ausstrahlende Schmerzen. Bei einem wirklich großen Infarkt ist die Symptomatik ähnlich. Aber die Vorformen, die Frühstadien sind bei Frauen oft nicht so ausgeprägt. Da muss man mit aller Selbstkritik sagen, sie werden von Ärzten nicht so ernst genommen. Die Frauen selber nehmen sich nicht ernst und wahrscheinlich nehmen Ärzte diese nicht eindeutig beschrieben Symptomatik nicht so ernst. Das ist dann eine unglückliche Konstellation, dass Frauen dann tatsächlich einerseits später ärztliche Hilfe im Sinne von Diagnostik aufsuchen und häufiger auch weggeschickt werden, weil es schon nicht so schlimm sein wird. Diese Daten gibt es leider.

    Dr. Roman Szeliga: Haben Sie vielleicht ein Fallbeispiel, wo man früher hätte reagieren sollen, damit man einiges vermeiden hätte können?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ja. Diese konkrete Frau, das ist ein paar Wochen her, ist kürzlich mit einem Infarkt ins Krankenhaus gekommen. Da war dann die Symptomatik sehr typisch, wie wir uns das alle vorstellen: ein Brustschmerz, Übelkeit und Erbrechen. In der genauen Befragung hat sie gesagt, dass sie seit Wochen eher so ein Unwohlsein bei Belastung spürt. Das ist nicht der typische Herz-Schmerz, wie wir es aus den Lehrbüchern kennen. Hätte man da genauer hingehört, hätte man früher aktiv werden und im besten Fall diesen Herzinfarkt verhindern können.

    Dr. Roman Szeliga: Was sind diese Faktoren, die zu begutachten sind, oder wo man aufpassen muss?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Der Bluthochdruck. Das ist für jeden Menschen machbar.

    Dr. Roman Szeliga: Was sind die Normwerte?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Die werden immer wieder verändert, aber wer unter 130 zu 80 mmHg hat, hat keinen Bluthochdruck. Aber das muss nicht immer sein. Der Bluthochdruck ist keine Konstante und verändert sich. Aber wenn wir viele Werte haben, die hintereinander gemessen darüber liegen, dann muss man sich zumindest kritisch mit seinem Blutdruck auseinandersetzen.

    Dr. Roman Szeliga: Wie oft soll man messen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Das kommt letztlich darauf an. Man kann jeden zweiten Tag in die Apotheke gehen. Da hat der Apotheker keine Freude, aber selber hat man viele Blutdruckwerte. Aber jeder hat eine Großmutter, die zuhause einen Blutdruckmesser hat. Da freut sich die Oma, wenn sie bei der Gelegenheit immer Besuch bekommt.

    Dr. Roman Szeliga: Und man kann schauen, ob es der Oma noch gut geht.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Genau. Es hat viele soziale und für einen selbst praktische Aspekte.

    Dr. Roman Szeliga: Wenn man keine Oma hat, kann man für wenig Geld selbst ein Blutdruckgerät kaufen.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ich glaube um die 29 Euro kosten die Blutdruckmessgeräte. Aber es gab eine oberösterreichische Initiative, wo tatsächlich über die Apotheken ein Aufruf an die Bevölkerung erfolgt ist, die gesagt haben „Kommt und messt euren Blutdruck.“ Quasi so oft ihr wollt. Da ist bei vielen Menschen, die nicht wussten, dass sie hohen Blutdruck haben, das erstmals erkannt worden.

    Dr. Roman Szeliga: Eine einfache Methode, um zu sehen ob das Herz in Ordnung ist, oder man genauer hinsehen sollte.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Genau.

    Dr. Roman Szeliga: Jetzt gehen Menschen eher ungern zu Ärzten. „Die Zeit heilt alle Wunden“ könnte auch in manchen Wartezimmern entstanden sein. Wie bringt man Patienten, die es notwendig hätten, zum Arzt?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Jemand, der raucht, hat auf jeden Fall ein erhöhtes Risiko. Oder jemand der eine familiäre Vorbelastung hat. Das ist oft ein Schockmoment, wenn plötzlich der Vater mit 58 einen Infarkt hat. Unter 60 Jahren ist ein junges Infarktalter. Dann sollte jemand daran denken, wenn vielleicht eine familiäre ungünstige Konstellation, meist durch den Fettstoffwechsel bedingt, herrscht.

    Das machen wir im Krankenhaus aktiv und sollten auch niedergelassene Ärzte machen: Bitte lassen Sie von Ihren Kindern auch das Blut untersuchen, ob eine Konstellation vorliegt, die auf eine Wahrscheinlichkeit für einen späteren Herzinfarkt hinweist.

    Dr. Roman Szeliga: Gibt es sonst noch andere Anlaufstellen, wo man hingehen kann, außer die Arztpraxen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ich glaube, man kann in Österreich nicht in ein Labor gehen, ohne die Zuweisung durch einen Arzt. Es gibt die Gesundenuntersuchung, die jeder Mensch ab 40 Jahren konsumieren soll.

    Es gibt Daten, die sind erschreckend. Wie wenige Menschen eine einfache Untersuchung, wie Blutdruckmessen oder eine Blutabnahme, die Auskunft über den Blutzuckerwert gibt – es gibt sehr viele unerkannte Diabetiker, die noch gut behandelt werden könnten – nicht in Anspruch nehmen. Abgesehen von anderen Untersuchungen, die mit Herz-Kreislauf nichts zu tun haben. Es gibt sehr einfache Untersuchungen, wo man viele Krankheiten abdecken kann.

    Dr. Roman Szeliga: Jetzt haben wir von dem berühmten Herzinfarkt geplaudert, wenn ein Herzkranzgefäß verstopft ist. Aber es gibt auch diese Herzinsuffizienz – also das Herz pumpt nicht mehr so gut, wie es soll. Was ist diese Herzinsuffizienz? Und warum ist das etwas, dass die Leute nicht so wahrhaben wollen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Herzinsuffizienz heißt, der Herzmuskel pumpt nicht so viel Blut aus dem Herzen, um den ganzen Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Das kann man sich gut vorstellen, da Sie eingangs eine so beeindruckende Zahl von Herzaktionen genannt haben. Wenn sich das über eine längere Zeit hinzieht, dass es zu einer chronischen Unterversorgung mit Sauerstoff dieser Organe kommt, macht das anfangs wenig bis keine Symptome. Oder man verdrängt es. „Jetzt bin ich schon so alt und kann die Stiegen nicht mehr hinaufgehen und bekomme keine Luft.“ Würde man dem Symptom „Ich kriege keine Luft“ früher nachgehen, könnte man natürlich viel besser mit Diagnostik und vor allen Dingen Therapie reagieren.

    Dr. Roman Szeliga: Kurz zusammengefasst: Es gibt Risikofaktoren. Wenn ich Übergewicht habe, rauche oder familiäre Vorerkrankungen habe. Was wäre ein Alarmzeichen, wo man wirklich zum Arzt gehen sollte. Welche Beschwerden habe ich? Egal, ob ich an die Herzinsuffizienz denke, den Herzinfarkt oder Vorstufen.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Plakativ jede plötzlich oder widerholt sich zeigende Symptomatik, die bis vor kurzem nicht so war. Das kann ein Druck, ein Schmerz oder auch die berühmte Atemnot sein. Wenn man rekapituliert, wie ist es einem vor drei Monaten ergangen? Wie leicht konnte ich da zwei Stockwerke raufgehen und jetzt muss ich im ersten Halbstock stehen bleiben – das ist ein Alarmzeichen, ohne dass es eine dramatische Symptomatik für den Patienten ist.

    Dr. Roman Szeliga: Ich habe auch recherchiert, dass die Anzahl der Herzinfarkte zwischen Weihnachten und Neujahr am höchsten ist. Im Gegensatz zum Übergewicht, das nimmt zwischen Neujahr und Weihnachten noch mehr zu. Montag ist der risikoreichste Tag – wieso das?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Weil offensichtlich das Wochenende in einer Kumulation zu einem Ausbruch einer Erkrankung führt, die latent schlummert. Sprich: eine Engstelle eines Herzkranzgefäßes – sogenannte Plaque – und Stressfaktoren, wie exzessives Rauchen, zu viel essen. Alle Faktoren, die am Wochenende zusammenwirken und am Montag zum Infarkt führen.

    Dr. Roman Szeliga: Frau Professor, die nächsten Minuten zum Abschluss habe ich etwas Besonderes für Sie vorbereitet. Einen sogenannten Wordrap. Ich bin sehr gespannt. Keine Sorge, es wird nicht weh tun – oder vielleicht doch.

    Dr. Roman Szeliga: Wie betreibt eine Kardiologin Herzvorsorge?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Indem sie nicht raucht, sich ihre Blutwerte analysieren lässt und Bewegung macht. In Form von Schwimmen und möglichst viel gehen – aber nicht genug.

    Dr. Roman Szeliga: Das war schön ehrlich. Kennen Sie Ihre eigenen Blutdruck- und Cholesterin-Werte?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ja.

    Dr. Roman Szeliga: Und sind Sie zufrieden?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Sehr sogar. (lacht)

    Dr. Roman Szeliga: Wann haben Sie zum letzten Mal einen gesunden, guten Vorsatz gebrochen?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Als ich jemanden am Lift getroffen habe und dann doch eingestiegen bin.

    Dr. Roman Szeliga: Herzklopfen hatten Sie zuletzt…?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: … vor einem großen Vortrag vor ganz vielen Leuten, wo ich wusste, da sitzen viele kritische Leute, die mich nachher schrecklich viel fragen werden.

    Dr. Roman Szeliga: Haben Sie das getan?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Weniger schlimm als erwartet.

    Dr. Roman Szeliga: Ihre 3 besten Tipps, wenn jemand das Gefühl hat, das Herz schlägt nicht richtig.

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Blutdruck messen. Weil ich beim Blutdruck messen auch den Puls mit messe. Wenn das immer sehr variiert und sehr unterschiedliche Werte ergibt, ist das ein Hinweis für eine Herzrhythmusstörung. Der Idealzustand ist einen Arzt zu erreichen, um sich ein EKG schreiben zu lassen. Dann gibt es noch ganz aufwändige Geschichten, aber diese zwei Punkte sind die wichtigsten.

    Dr. Roman Szeliga: Die erste Herzkrankheit wurde vor 3.500 Jahren bei einer Mumie entdeckt. Jetzt haben wir mittlerweile eine große Entwicklung gemacht. Wenn wir uns in 10 Jahren in diesem Setting wiedersehen, was soll sich in der Prävention, also in der Vorsorge im Rahmen von Herzkrankheiten positiv verändert haben? Was wünschen Sie sich da?

    Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer: Ich wünsche mir, dass noch mehr Patienten ihren hohen Blutdruck rechtzeitig erkennen. Weil es aus der Geschichte der letzten 50 Jahre in der entwickelten Welt sensationelle Daten gibt, wie sich die Herzkreislauf-Morbidität und -Mortalität dramatisch reduzieren konnte, einfach aufgrund der Tatsache, dass Menschen ihren Blutdruck gut behandelt haben. Und heute noch in der sogenannten dritten Welt viele Menschen mit 50 Jahren an einen Schlaganfall sterben, weil es diese Therapie nicht gibt.

    Dr. Roman Szeliga: Es gibt einen kardio-protektiven Effekt, den Sie noch nicht erwähnt haben. Den würde ich noch gern erwähnen. Und zwar ist das Schokolade mit einem sehr hohen Kakaoanteil. Weil heute Valentinstag ist, habe ich Ihnen Schokolade mitgebracht. Ich sage vielen Dank für das Interview und die Tipps, die man so vielleicht nicht bekommt.

    Und Ihnen allen sage ich: Hören Sie mehr auf Ihr Herz und manchmal weniger auf das Hirn. Denn das Herz schlug schon, bevor Sie denken konnten. In diesem Sinne vielen Dank und bleiben Sie gesund.

     

    AT/NONCMCGM/0219/0009 02/2019

  • FOLGE 2

    Gendermedizin am Weltfrauentag – Gender in Bezug auf Diabetes und Herzgesundheit

    In unserer zweiten Merck Cast-Folge spricht Univ. Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer über die Gender-Medizin und beleuchtet die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Speziell geht es auch um die Erkennung…

    FOLGE 2

    Gendermedizin am Weltfrauentag – Gender in Bezug auf Diabetes und Herzgesundheit

    Dr. Alexandra Kautzky-Willer

    Sie ist Professorin für Gender Medicine an der Medizinischen Universität…More

    Sie ist Professorin für Gender Medicine an der Medizinischen Universität Wien, Leiterin der klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel sowie der Universitätsklinik für Innere Medizin III des AKH Wien. Dr. Alexandra Kautzky-Willer ist Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin sowie der International Society of Gender Medicine.

    Less

    Merck Cast – der Gesundheitspodcast

    Folge 2: Gendermedizin am Weltfrauentag – Gender in Bezug auf Diabetes und Herzgesundheit

    Hallo und herzlich Willkommen bei Merck Cast, dem Gesundheitspodcast. Heute haben wir wieder einen tollen Gast bei uns im Studio. Begrüßen Sie mit mir Frau Dr. Alexandra Kautzky-Willer.

    Mein Name ist Alexandra Kautzky-Willer. Ich bin Internistin, Endokrinologin und an der medizinischen Universitätsklinik in Wien tätig. Ich habe die Professur für Gender-Medizin seit 2010. Das war die erste Professur in Österreich für Gender-Medizin. Ich leite die Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel im AKH an der Medizinischen Universität Wien und die Gender Medicine Unit.

    Was ist Gender-Medizin?

    Gender-Medizin beschäftigt sich mit den Unterschieden ebenso wie mit den Gemeinsamkeiten zwischen Männern und Frauen, in allem was Gesundheit und Krankheit betrifft. Das heißt es geht hier um die Unterschiede in den Risikofaktoren, in den Symptomen von Krankheiten, im Altersgipfel wann diese Erkrankungen auftreten, wie häufig sie sind und vor allem auch um die unterschiedlichen Therapien und das Ansprechen auf Medikamente.

    Das heißt, es betrifft alle Krankheiten und genauso aber auch die Gesundheitsförderung, die Prävention. Auch hier sind wichtige Unterschiede, die sich schon aus dem unterschiedlichen Lebensstil von Männern und Frauen ergeben. Diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Gesundheitsfragen beruhen einerseits auf biologischen Unterschieden, auf genetischen Unterschieden, nämlich den unterschiedlichen Geschlechtschromosomen – Frauen haben zwei X-Chromosomen, Männer haben X- und Y-Chromosom. Auf dem Y-Chromosom sind vor allem jene Gene, die für die Fortpflanzung und Sexualität, für die Potenz, verantwortlich sind. Am X-Chromosom vor allem solche für das Immunsystem, die Herzfunktionen und auch die Gehirnfunktionen. Also sehr viele wichtige Genfunktionen.

    Frauen haben dadurch ein besseres Immunsystem, sind besser geschützt vor Infektionskrankheiten. Aber andererseits sind sie dafür anfälliger für Autoimmunerkrankungen. Generell leben Frauen ca. fünf bis sechs Jahre länger als Männer. Das ist in Österreich, in ganz Europa so. Das beruht eben auf der genetischen Situation und auch den Sexualhormonen – das ist die zweite wichtige Komponente der biologischen Unterschiede. Bei Frauen dominieren eben Östrogen und Progesteron von der Pubertät an bis zur Menopause. Und bei Männern ist das dominierende Hormon das Testosteron, das auch zeitlebens relativ hoch bleibt. Viele Männer haben auch im hohen Alter noch hohe Testosteronspiegel. Bei Frauen ist das ganz anders. Hier hat man diese zyklusabhängigen Schwankungen der Sexualhormone bis zur Menopause und dann fällt zuerst das Progesteron und dann das Östrogen sehr stark ab. Es verändert sich der Körper und das Risiko für viele Krankheiten.

    Frauen sind also durch das Östrogen und die Gene in gewisser Weise geschützt vor Herzkreislauferkrankungen für lange Zeit. Die Männer erkranken üblicherweise zehn Jahre früher an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber über die ganze Lebenszeit gesehen ist es so, dass dann letztendlich mehr Frauen als Männer – jede zweite Frau praktisch – an Herzkreislauferkrankungen verstirbt. Sie erkranken eben nur später und es gibt andere Zusatzprobleme.

    Neben diesem biologischen Unterschied sind die psychosozialen Unterschiede ganz wichtig. Gesellschaftliche Faktoren. Rollenbilder – Was ist die Erwartungshaltung? Was sind die Anforderungen, die Belastungen, die auf Männer und Frauen einwirken, sowohl im Berufsleben, als auch im Privatleben? Wer macht mehr unbezahlte Arbeit? Das sind eben nach wie vor die Frauen. Das führt auch letztlich zu mehr Stressbelastung und Mehrfachbelastung und das erhöht dann auch das Krankheitsrisiko in jüngeren Jahren.

    Was wir klar sehen ist, dass wir vor allem jüngere Frauen – wir sprechen von Frauen vor dem 50. Lebensjahr – zunehmend auch schon an Herzerkrankungen leiden. Es ist gerade der Deutsche Herzbericht 2018 erschienen. Er zeigt, dass generell die Sterblichkeit an Herzkreislauferkrankungen – genauso ist das in Österreich und weltweit – zurückgeht. Bei Männern stärker, als bei Frauen. Bei Frauen nehmen die Risikofaktoren zu, über die ich dann noch sprechen möchte.

    Und, dass sie mittlerweile auch ein höhere Sterberisiko haben. Das heißt, wenn sie erkranken, ist ihre Prognose sogar bei diesen Problemen schlechter. Da sind die speziellen Risikofaktoren – ein ganz wichtiger ist der Diabetes. Frauen sind zwar in ihrem Leben etwas besser geschützt gegen Diabetes wieder aufgrund von Östrogen, das die Insulinempfindlichkeit verbessert und aufgrund der unterschiedlichen Körperzusammensetzung. Sie haben üblicherweise weniger Bauchfett, weniger Leberfett – zumindest in jüngeren Jahren bis zur Menopause – was sie schützt. Nach der Menopause verschlechtert sich das dann. Aber lebensstilbedingt nimmt die Bewegung ab und ungesunde Ernährung, Übergewicht sowie noch das Rauchen und andere Einflüsse nehmen zu. Bewegungsmangel ist ein ganz essenzielles Problem, gerade bei Frauen. Auch die Pille kann wiederum in Kombination mit Rauchen das Schlaganfallrisiko besonders bei den jüngeren Frauen deutlich erhöhen. Diese Risikofaktoren nehmen eben zu.

    Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist Migräne. Bei Migräne mit Aura, also wenn gleichzeitig auch Sehstörungen auftreten, neurologische Symptome auftreten, dann muss man hier besonders achtsam sein, weil das Risiko für Schlaganfälle für Frauen stark ansteigt. Diese Risikofaktoren nehmen zu, deswegen haben wir immer mehr jüngere Frauen, die auch betroffen sind.

    Was kann man tun?

    Man muss vor allem schauen, dass diese Risikofaktoren bekannt sind. Das heißt Vorsorgeuntersuchungen sind sehr wichtig. Die Frauen müssen wissen, wie ist das Cholesterin, nämlich das LDL-Cholesterin. Vor allem, man das gegebenenfalls medikamentös gut behandeln und beeinflussen kann. Wir müssen wissen, wie ist der Blutdruck. Bis zu Menopause sind Frauen besser vor Bluthochdruck geschützt, als Männer – wieder durch den Effekt des Östrogens vor allem.

    Nach der Menopause steigt das Risiko und letztlich im hohen Lebensalter leiden Frauen sogar häufiger unter hohem Blutdruck als Männer. Wie gesagt, bis zur Menopause haben Frauen oftmals einen niedrigen Blutdruck, nachher steigt er oft stark an. Gerade in diesen Lebensphasen besonders darauf achten.

    Diabetes kann man früh erkennen, vor allem wenn man einen Zuckerbelastungstest macht. Also nicht nur nüchtern Blutzucker messen lassen. Der ist bei Frauen oft noch niedrig im Normalbereich, selbst wenn nach einer Mahlzeit die Blutzuckerwerte schon deutlich zu hoch sind. Auch der frühe Typ-2-Diabetes kann noch normalen Nüchtern-Blutzucker bei Frauen haben. Trotzdem können schon deutlich erhöhte Werte und einfach schon ein Typ-2-Diabetes manifestiert sein.

    Das heißt, Blutzuckerbelastungstest machen oder zumindest das HbA1c dazu machen lassen zum Nüchtern-Blutzucker, LDL-Cholesterin messen lassen. Blutdruck messen und zwar immer wieder nicht nur einmalig.

    Da hat man schon viele wichtige Risikofaktoren, die dann entweder bekannt sind und behandelt werden müssen, oder sowieso noch im Normbereich liegen. Des Weiteren: nicht rauchen, das ist ganz wichtig für Frauen. Rauchen schädigt Frauen noch viel mehr als Männer. Es steigert das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, für Lungenkrebs aber auch für den Herzinfarkt, für einen Schlaganfall ca. um 20 Prozent mehr noch, als es das bei Männern tut. Selbst weniger Zigaretten, also eine geringere Dosis über kürzerem Zeitraum, schädigen Frauen mehr. Auch verschiedene andere Krebsarten, wie Blasenkrebs, Darmkrebs, hängen bei Frauen stärker mit dem Rauchen zusammen als bei Männern. Ein ganz wichtiger Appell: Bitte nicht rauchen. Oder damit aufhören.

    Alkohol nur wenig oder gar nicht. Die neuesten Daten sprechen eher, dass praktisch schon alles, was über ein halbes Glas geht, ein bisschen zu viel ist. Ansonsten kann man nur sagen möglichst wenig sitzen. Alle halbe Stunde aufstehen – Sit less! Ein ganz wichtiger Aufruf. Viel Bewegung machen und zwar sowohl Ausdauertraining, als auch Krafttraining, als auch Dehnungsübungen, damit die Flexibilität erhalten bleibt. Damit man auch etwas gegen Osteoporose tut, die Muskeln kräftig. Damit steigt auch der Grundumsatz. Man tut sich leichter, das Gewicht zu halten.

    Gerade der Weltfrauentag ist eine gute Gelegenheit, dass Frauen aufgerufen werden, auf ihre eigene Gesundheit besser zu achten, sich selbst wichtig zu nehmen. Oft genug ist es sowieso so, dass Frauen ihre eigenen Gesundheitlichen Probleme zurückstecken, sich um alle anderen kümmern, nur um die eigenen Krankheiten nicht. Es gilt auch wachsam zu sein, wenn Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen, ein Unwohlgefühl auftreten. Herzinfarkte werden zum Beispiel bei Frauen oft noch zu spät erkannt, weil sie eben diese anderen Begleitsymptome haben, die sie im Vordergrund schildern. Und sie selber nehmen dann ihre Beschwerden nicht zu ernst und sagen „Warten wir noch, es wird schon wieder besser werden.“ Das ist ein Problem, wenn das verzögert wird, kann oft ein Herzinfarkt ablaufen, ohne, dass die richtigen Therapien gesetzt werden. Das heißt wirklich sich selbst und den Körper ernst nehmen. Frauen tuen ja viel für ihre Gesundheit. Sie gehen oft zur Vorsorge, sie gehen oft zum Arzt. Trotzdem erreichen sie Zielwerte oft schlechter als Männer. Eben den HbA1c-Wert, den Blutdruck, das LDL-Cholesterin.

    Gerade für Frauen wäre es so wichtig, diese Risikofaktoren im Zielbereich zu haben. Selbst wenn sie einen Herzinfarkt haben, ist es oft so, dass im Herzkatheter die Gefäße sogar offen sind. Das heißt, man muss hier konservativ behandeln, die Risikofaktoren alle möglichst im Zielbereich zu haben. Weil an den Gefäßen selbst kann man oft nichts tun. Das sind kleinste Gefäße, Gefäßkrämpfe, die hier zu dieser Minderdurchblutung führen, wo man nicht unmittelbar ansetzen kann.

    Auch die Herzschwäche ist ein zunehmendes Problem unserer alternden Gesellschaft. Das ist eine Errungenschaft unserer Zeit, dass wir alle älter werden. Wir sollen aber auch möglichst fit älter werden. Aber Herzschwäche ist ein Problem, dass zunimmt. Vor allem bei älteren Frauen eine Form, wo auch die Leitlinien noch nicht so gut sind, wie es bei der männlichen Form ist. Diese Form, wo die Auswurffraktion vom Herzen gut erhalten, aber der Rückfluss nicht so gut ist. Da gibt es auch verschiedenste neue Medikamente. Die Forschung ist in Gang, um auch hier bessere Leitlinien zu entwickeln. Es passiert viel, aber es ist noch sehr viel zu tun. Es ist noch sehr viel Aufholbedarf, was die Frauengesundheit betrifft. Aber es werden mittlerweile alle Medikamente auch an Frauen getestet. Es wird nichts mehr zugelassen, was nicht vorher auch bei Frauen in Studien untersucht wurde. Auch hier ist noch ganz viel zu tun, weil da noch viele offenen Fragen sind. Weil auch vor und nach der Menopause Unterschiede sein können. Der Zyklus einen Einfluss haben kann, ob man die Pille nimmt, ob man Hormonersatztherapie nimmt. Da wissen wir noch zu wenig. Aber generell wird die Gender-Medizin immer wichtiger. Auch wenn Gender-Medizin nicht Frauenmedizin ist, es geht eigentlich um Männer und Frauen. Aber bei Frauen besteht der große Aufholbedarf, weil früher eben Prototyp doch der Mann war.

    Heute am Weltfrauentag möchte ich ganz speziell die Problematik bei Frauen beleuchten. Es gibt natürlich auch bei Männern sehr vieles zu tun.

    Auch ganz wichtig ist, dass man auch auf die psychische Gesundheit achtet. Gerade bei Frauen – bei Männern natürlich auch, aber bei Frauen noch stärker – sind Depressionen, Angststörungen, psychische Störungen verbunden mit einem hohen Risiko sowohl für Diabetes als auch zum Beispiel für Herzkreislauferkrankungen. Sie haben mehr Erwartungen, dass sie auch unbezahlte Arbeit machen, egal ob das die Kinderversorgung oder in der Altenpflege ist. Sie haben mehr Schwierigkeit, sich emotional abzugrenzen, zurückzuziehen und lassen sich viel mehr in alle Probleme involvieren. Vor allem jene in der Familie sehr stark, aber auch jene, die nicht unmittelbar die Familie betreffen. Und sind viel mehr dem emotionalen, psychosozialem Druck ausgesetzt. Das ist für Frauen eine noch viel größere Belastung.

    Auch ganz wichtig ist, dass man selbst versucht, Stress zu reduzieren. Sich nicht überfordert, Auszeiten nimmt. Rückzugmöglichkeiten und sich Zeit für sich selbst nehmen. Damit man nicht in die Spirale kommt, wo man ständig chronischem Stress ausgesetzt ist. Irgendwann führt das nun mal in die gefährliche Phase, wo es zu einer Depression kommt.

    Ebenso ist wichtig, dass man sein Selbstbewusstsein stärkt und sich auch nicht verunsichern lässt, Ziele klar verfolgt und auch sich nicht zu sehr vereinnahmen lässt. Sich nicht chronisch Stress und Überforderung aussetzt, sondern immer wieder auf sich selbst achten, dass man sich zurücknimmt und Ruhezeiten gönnt. Dass man sich nicht zu viel aufhalst und auch einmal „Nein“ sagt. Frauen neigen sehr dazu „Ja“ zu sagen und noch weitere Aufgaben zu übernehmen. Das führt schnell und leicht zu großem emotionalem Stress und Überforderung und man landet irgendwann in der Depression. Frauen haben ein viel höheres Risiko, sind doppelt so häufig von Depressionen betroffen. Das wiederum steigert vor bei Frauen das Risiko enorm für z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, aber auch Diabetes. Es muss in der Behandlung dieser Krankheiten auch in der Sekundärprävention – also auch wenn schon ein Ereignis war – berücksichtig werden. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt, weil sonst die Therapie nicht so gut wirken kann.

    Was wir als Besonderheit haben bei unseren Leitlinien, ist, dass wir ein eigenes Kapitel haben zu den geschlechtsspezifischen Aspekten, wo wir genau auf die Unterschiede und Risikofaktoren eingehen. Auch bei Medikamenten und deren Nebenwirkungen, was zu beachten ist.

    Zum Beispiel, dass Frauen unter Insulintherapie häufiger Unterzuckerungen haben. Dass man hier besonders aufpassen muss, die Dosis vorsichtig anpassen muss. Sie sind oft weniger schwer, dass man das Körpergewicht hier besser berücksichtigt.

    Wir haben eigene Kapitel in den Leitlinien, die auf diese Unterschiede, diese potenziellen zwischen Männern und Frauen eingehen. Diese neuen Leitlinien werden jetzt ganz neu herausgegeben und gleichzeitig zur Frühjahrestagung in Wien im Mai erscheinen.

    Ein besonderer Risikofaktor für Frauen ist natürlich auch der Schwangerschaftsdiabetes, der mittlerweile ungefähr jede zehnte Frau in der Schwangerschaft betrifft. Wer einen Schwangerschaftsdiabetes hat – die Untersuchung ist im Mutter-Kind-Pass verankert, der Zuckerbelastungstest zur Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes – muss lebenslang nachkontrolliert werden. Das ist ganz wichtig. Nach der Geburt ist der Blutzucker meistens normal, aber trotzdem besteht ein großes Risiko in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes zu bekommen. Es ist erstens die erste Nachuntersuchung nach der Geburt sehr wichtig. Diese muss ungefähr acht Wochen nach der Geburt erfolgen. Sie wird leider oft nicht wahrgenommen, weil die Frauen Stress haben mit dem Baby und nicht mehr an den Diabetes denken. Aber dieser erste Test hat einen guten Voraussagewert, wie es weitergeht. Dann ist es wichtig, dass man einen gesunden Lebensstil beibehält und regelmäßig mindestens alle zwei Jahre Kontrollen macht, damit man eben früh erkennt, wenn ein Diabetes auftritt. Oder auch, wenn weitere Schwangerschaften geplant sind, damit diese möglichst stressfrei und ohne Komplikationen ablaufen können.

    Danke für’s Zuhören und ich wünsche allen noch einen schönen, erfolgreichen Weltfrauentag.

     

    AT/NONCMCGM/0219/0013    03/2019

  • FOLGE 3

    Auf den Puls gefühlt – Was hat die Musik die wir hören mit unserer Herzfrequenz zu tun

    Aus unserem Pulsschlag, den wir am Handgelenk oder an der Halsschlagader fühlen können, wurden seit der Antike Rückschlüsse auf die Funktion des Herz-Kreislaufsystems bzw. Erkrankungen des Herzens und der Gefäße…

    FOLGE 3

    Auf den Puls gefühlt – Was hat die Musik die wir hören mit unserer Herzfrequenz zu tun

    Dr. Thomas Stefenelli

    Prim. Univ.- Prof. Dr. Thomas Stefenelli ist Facharzt für Innere…More

    Prim. Univ.- Prof. Dr. Thomas Stefenelli ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie, tätig in der Co-Ordination und als Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung am Donauspital.

    Less

    Merck Cast – der Gesundheitspodcast

    Folge 3: Auf den Puls gefühlt

    Univ.-Prof. Dr. Thomas Stefenelli

    (Co-Ordination, 1080-Wien; Vorstand, 1. Med. Abt., Donauspital)

    Aus unserem Pulsschlag, den wir am Handgelenk oder an der Halsschlagader fühlen können, wurden seit der Antike Rückschlüsse auf die Funktion des Herz-Kreislaufsystems bzw. Erkrankungen des Herzens und der Gefäße gezogen.

    Beurteilt wird der Rhythmus (ob rhythmisch oder unrhythmisch), die Qualität des Pulses (z.B. als celer et altus oder parvus et tardus) und die Herzfrequenz.

    Die – unter Anführungszeichen – „normale“ Herzfrequenz wird bis heute im Erwachsenenalter sehr breit zwischen 50 und 100 Schlägen pro Minute angegeben.

    Sie unterliegt einer Vielzahl von Einflüssen: Hormone, wie Adrenalin oder Noradrenalin, aber auch das Schilddrüsenhormon Thyroxin erhöhen den Pulsschlag, so genannte Vagusreize reduzieren über das parasympathische Nervensystem die Herzfrequenz.

    Bei Erkrankungen, bei denen wie z.B. bei Fieber, der gesamte Grundumsatz des Körpers erhöht ist, ist auch der Puls schneller.

    Eine Vielzahl an Substanzen bzw. Medikamenten können den Puls positiv wie negativ beeinflussen.

    Während physischer Belastung benötigt unser Körper mehr Energie und Sauerstoff. Dieser Mehrbedarf wird durch eine Zunahme des pro Minute vom Herzen in die Schlagader ausgeworfenen Blutvolumens gedeckt. Dieses pro Minute gepumpte Blutvolumen, das sogenannte Herzminutenvolumen, ergibt sich aus einer größeren Menge pro Herzschlag ausgeworfenem Blut multipliziert mit einer rascheren Zahl an Herzschlägen. So kann durch häufigere Herzschläge mit mehr ausgeworfenem Blut der Energiebedarf auch während großer Anstrengungen gedeckt werden.

    Zum Verständnis der Herzfrequenz ist auch entscheidend zu berücksichtigen, dass sich der Zyklus zwischen zwei Herzschlägen in eine Füllungsphase – die Diastole – und eine Auswurfphase – die Systole – teilt.

    Die Zeit für die Systole, in der in Ruhe mit jedem Herzschlag rund 70 ml Blut gepumpt wird, ist relativ konstant.

    Die Zeit der Diastole, in der nicht nur die Füllung der Herzkammern, sondern auch die Durchblutung des Herzmuskels selbst erfolgt, ist frequenzabhängig.

    Das bedeutet, dass bei einer niedrigeren Herzfrequenz die Kammern besser gefüllt und das Herz selbst mit mehr Energie versorgt werden kann. Andererseits bedingt eine höhere Ruhefrequenz bei gesteigertem Energiebedarf eine geringere Zeit für die Energieversorgung des Herzmuskels sowie eine Abnahme der Füllung.

    Dies führt zu der Frage: gibt es eine „optimale“ Herzfrequenz?

    Mit anderen Worten hinterfragt: besteht ein Zusammenhang zwischen der Zahl unserer Herzschläge und unserer Lebenserwartung?

    Wie können wir unsere Herzfrequenz beeinflussen?

    Und: gibt es einen Zusammenhang zwischen unserem Puls und unseren Emotionen, Gefühlen, oder unserem Unbewussten?

    Die erste Frage ist durch wissenschaftliche Langzeit-Beobachtungen belegt.

    In der Famingham-Studie konnte unter anderem nach einem Beobachtungszeitraum von über 30 Jahren gezeigt werden, dass die Lebenserwartung mit der frühest dokumentierten Herzfrequenz korreliert.

    Bereits ab einer Ruhefrequenz von 70 Schlägen pro Minute steigt das Risiko, nach 3 Jahrzehnten frühzeitiger zu versterben.

    Dies gilt für die Gesamtsterblichkeit, aber besonders für das Ableben im Rahmen eines Herzinfarktes und den plötzlichen Herztod.

    Hochrisikogruppen sind übergewichtige Menschen mit einem Metabolischen Syndrom oder schlecht eingestellte Hochdruckpatienten mit einem Ruhepuls über 80/min.

    Für die meisten Spezies gilt, dass die Summe aller Herzschläge konstant ist.

    Auf der einen Seite haben manche Schildkröten mit 5-15 Schlägen pro Minute eine Lebenserwartung bis zu 200 Jahre, auf der anderen Seite lebt die Springmaus mit über 1000 Schlägen pro Minute nur 7-10 Tage.

    Beim Menschen ist die längste Lebenserwartung bei einer Herzfrequenz um 60/min zu erwarten, Ziel ist eine Ruhefrequenz unter 70/min.

    Als untere Grenze sollte – außer bei gesunden, sehr trainierten Menschen – ein Puls unter 50/min vermieden werden.

    Wie kann nun unser Puls beeinflusst werden?

    Das Gleichgewicht zwischen einerseits Sympathischem Nervensystem mit seinen stress-, blutdruck- und herzfrequenzerhöhende Einflüssen und andererseits dem Vagus oder parasympathischen Nervensystem mit kreislaufberuhigenden Einflüssen kann durch einen Lebensstil mit regelmäßiger Ausdauerbelastung positiv beeinflusst werden.

    Übergewichtige Menschen haben bereits eine erhöhte Frequenz, bevor sich das Vollbild eines Metabolischen Syndroms zeigt.

    Präventiv sei auf die Möglichkeit eines bewussten Lebensstils zur Verbesserung der Lebenserwartung mit Lebensqualität verwiesen.

    Einige Erkrankungen sind mit einer höheren Herzfrequenz assoziiert.

    In diesen Fällen muss primär die Grundkrankheit behandelt werden.

    Als Medikamente, welche u.a. auch die Frequenz senken können, kommen primär ß-Blocker, aber auch Ivabradin und in Einzelfällen bradykardisierende Kalzium-Antagonisten zur Anwendung.

    Ein Zusammenhang zwischen Emotionen bzw. unserem Unbewussten und Frequenz lässt sich am besten durch die wechselwirkenden Einflüsse der Musik erklären.

    Ende des Barock, also 17./18. Jahrhundert, wurde erstmals der „tactus“ definiert.

    Dadurch wurde angegeben, wie rasch ein Musikstück zu spielen ist.

    Als Richtwert orientierte man sich am menschlichen Pulsschlag.

    „Adagio“ wurde als „langsam, mit großem Ausdruck“ mit einer Frequenz von 66 bis 76/min definiert.

    „Allegro“ wird seitdem mit 112 bis 120 Schlägen gespielt.

    Bei den Frequenzangaben erinnern sich Musiker, dass mit Ganz- und Halbtönen eingezählt wird, also 1, 2 – 1,2,3,4, sodass v.a. in der heutigen Unterhaltungsmusik 60 bzw. 120 Schläge, also ganze und halbe Noten oft gleich zu interpretieren sind.

    Wenn wir das Tempo der Hintergrundmusik in manchen Radiosendern, Kaufhäusern oder Geschäften mitzählen können wir feststellen, dass fast alle dieser Musikstücke mit einer Frequenz um 120 – entsprechend einer Pulsfrequenz um 60 – gespielt werden.

    Neueste neurophysiologische Untersuchungen belegen, dass bei Musik in jenem Tempo Hirnregionen aktiviert werden, die für Wohlbefinden und Glücksgefühle verantwortlich sind.

    Andererseits aktivieren Musikstücke mit einer Frequenz um 150/min v.a. Stresszentren.

    Eine Arbeitsgruppe hat während Konzerten von Verdi, Puccini, Bach und Beethoven die Taktänderungen des Orchesters mit Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz sowie Hautdurchblutung des Publikums korreliert.

    Schon eine kurzfristige Zunahme des Tempos der Musiker bedingt einen Anstieg von Puls, Blutdruck und Atemfrequenz bei den Zuhörern und ihre Gefäße verengten sich.

    Dass den Komponisten diese Wechselwirkungen zwischen Tempo und unserem unbewussten Nervensystem sehr wohl bekannt war zeigt auch die Anspielung von Johann Strauss, wenn Rosalinde in der Fledermaus singt: „Stimmen meines Herzens Schläge – mit dem Tiktak einer Uhr? – Den Schlag des Herzens zählen Sie – und ich das Tiktak Ihrer Uhr.“

    Eindrucksvoll spielt z.B. auch Ludwig van Beethoven mit Tempovariationen am Beginn der 5. Schicksals-Symphonie.

    In der heutigen Musik finden sich viele Beispiele, wie das selbe Musikstück in gleicher Tonart mit demselben Text aber in unterschiedlichem Tempo gespielt unterschiedlichste Emotionen beim Publikum auslöst.

    Einige kurze Beispiele:

    Bei der Interpretation des „Jailhouse Rock“ anlässlich der Elvis-Gala „Divas in Las Vegas“ hält der Bass für ein etabliertes Publikum in Abendkleidung den Grundrhythmus.

    Bei der Heavy Metal-Interpretation durch Mötley Crüe werden aggressive Emotionen auch körperlich ausgelebt.

    Als 2. Beispiel seien die Fassungen von „What a wonderful world“ angeführt: zuerst Louis Armstrong und im Gegensatz dazu die englischen Punkveteranen Ramones.

    Und zuletzt 2 Interpretationen von „You never walk alone“ mit konträren Publikumsreaktionen: Die Fassung von André Rieu mit Orchester in Smoking, Engelschor und Geigensolo rührt ein glückseliges, gebannt versunkenes Auditorium zu Tränen.

    Dem gegenüber die Schluss Nummer der Toten Hosen in der „Heimspiel-Tournee“ 2005 mit bengalischen Feuern, Pogo und Stage Diving.

    Es besteht also eine enge Wechselwirkung zwischen dem Tactus, dem Tempo oder eben der Frequenz und unserem Unbewussten.

    Generell gilt, dass unser Pulsschlag unter akustischer Stimulation ansteigt.

    Der Herzfrequenzanstieg ist dabei abhängig von der Ruhefrequenz und wird durch das sympathische Nervensystem getriggert.

    In der Praxis bedeutet dies, dass unabhängig von der gerade gehörten Musikrichtung je nach körperlicher Anstrengung das Tempo unter der eigenen Herzfrequenz liegen sollte, um weitere Anstiege zu vermeiden.

    Dies gilt besonders für die Musikwahl beim Joggen oder anderen sportlichen Belastungen.

    Aber, haben diese Einflüsse der Musik auch im Langzeitverlauf Auswirkungen auf unsere Lebensqualität und Lebenserwartung?

    Eine Kanadische Erhebung hat unlängst gezeigt, dass Menschen, welche regelmäßig klassische Musik oder so genannte „popular music“, also Musik mit überwiegend Frequenzen um 60 hören um 10% gesunder sind und zu mehr Sozialverhalten tendieren.

    Bei Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann täglich rund 30 Minuten Musik mit einem Tempo um 60 den Blutdruck um 12 mmHg systolisch bzw. 5 mmHg diastolisch senken.

    Parallel dazu sind eine Abnahme der Herzfrequenz und eine Zunahme des Blutflusses im Sinne einer besseren Durchblutung zu erwarten.

    In der Rehabilitation nach Herzattacken oder Herzoperationen wurden unter Musiktherapie weiniger Schmerzen und Angst angegeben.

    In der Patientenseite der berühmten Bostoner Harvard Medical School wird zusammengefasst: Musiktherapie oder einfach nur Musik hören kann gut für Ihr Herz sein.

    Der optimale Ziel-Bereich unserer Ruhefrequenz liegt zwischen 60 und 70 Schlägen pro Minute.

    AT/NONCMCGM/0419/0018   04/2019

  • FOLGE 4

    Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen

    Dr. Harald Vogelsang widmet sich ausführlich dem Thema der Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Dabei spricht er über Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und den Einfluss von Mikrobiomen…

    FOLGE 4

    Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen

    Dr. Harald Vogelsang

    Univ. Prof. D.I. Dr. Harald Vogelsang ist Facharzt für Gastroenterologie…More

    Univ. Prof. D.I. Dr. Harald Vogelsang ist Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie, Leiter der Spezialambulanz für Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa an der Univ.-Klinik für Innere Medizin III in Wien, Präsident von Darm Plus und Leiter der Arbeitsgruppe Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED). Die bestmögliche Versorgung von Patienten mit Darmerkrankungen, insbesondere mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, ist ihm ein wesentliches Anliegen, da hier viel Leid und Krankheit verhindert werden kann.

    Less

    Zuckerpuppe

    AT/NPR/0419/0003 05/2019

    Merck Cast Folge 4 – Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

    Hallo und herzlich willkommen beim Merck Cast, dem Gesundheits-Podcast. Hier ist wieder eure Zuckerpuppe am Welttag Chronisch Entzündlicher Darmerkrankungen – kurz CED. Heute haben wir Dr. Harald Vogelsang, Facharzt für Gastroenterologie, zu uns ins Studio eingeladen, um mit mir über das Thema zu sprechen. Herzlich willkommen.

    Guten Tag.

    Herr Doktor, welche Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen gibt es denn überhaupt?

    Es gibt hier zwei Wesentliche. Das ist einerseits der Morbus Crohn, der hauptsächlich den Dünndarm aber auch den Dickdarm betrifft. Und die Colitis Ulcerosa, die nur den Dickdarm betrifft.

    Es gibt in Österreich ungefähr 40.000 bis 80.000, die davon betroffen sind. Vor allem junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.

    Was können erste Anzeichen von Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sein?

    Erste Anzeichen könnten Durchfälle sein, die teilweise blutig sind, die über vier Wochen anhalten und mit Bauchschmerzen verbunden sind.

    Gibt es da einen Unterschied zwischen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa?

    Bei Colitis Ulcerosa kommt es viel häufiger zu blutigen Durchfällen. Teilweise gibt es aber auch Menschen, die primär nur Blut am Stuhl haben, der allerdings über mehrere Wochen anhält.

    Woher kommen chronisch entzündliche Darmerkrankungen?

    Die chronischen Darmerkrankungen sind eigentlich primär anlagebedingt. Allerdings braucht es noch einen Umweltfaktor. Einer dieser Umweltfaktoren ist sicher das Rauchen bei Morbus Crohn, das zu vermehrtem Auftreten führt. Andere Umweltfaktoren können auch vermehrte Hygiene in der Kindheit sein, häufiger Antibiotika-Gebrauch, Stress und auch andere Medikamente können das Risiko des Auftretens erhöhen.

    Kann ich als PatientIn mit einer Diät die Krankheit beeinflussen?

    Primär ist bei einer Bauch- oder Darmerkrankung der Wunsch nach einer Diät da. Allerdings gibt es kaum Studien, die zeigen könnten, dass hier eine Diät den Erkrankungsverlauf entscheidend beeinflussen kann. Am ehesten sollte man das Weglassen, was man offensichtlich konstant nicht verträgt. Aber das macht jeder vernünftige Mensch.

    Das heißt, als PatientIn muss ich selbst herausfinden, was ich nicht vertrage?

    Genau, das kann ganz verschieden sein, was der einzelne mit Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen nicht verträgt. Und genau das soll er dann weglassen. Das macht einen etwas besseren Verlauf.

    Gibt es andere Lifestyle-Veränderungen, die mir als PatientIn helfen können?

    Ja, es gibt sicher hier einige Dinge, die man besser machen kann. Ausdauertraining drei Mal in der Woche kann die Entzündung im Darm reduzieren, wie das auch für viele andere Erkrankungen eine Besserung bringt. Weniger Stress, mehr Entspannung kann es verbessern. Am wenigsten eigentlich die Diät.

    Wie soll das mit dem Sport betrieben werden?

    Es liegt die Betonung auf Ausdauersport. Es liegt nicht die Betonung auf Leistungssport. Es soll ein regelmäßiges Ausdauertraining gemacht werden, ohne dass hier irgendwelche Leistungsgrenzen erreicht werden sollen, die wieder nur mit Stress erreicht werden könnten.

    Wenn ich als PatientIn nun weglasse, was ich nicht vertrage und Ausdauersport betreibe, welche medikamentösen Therapiemöglichkeiten gibt es?

    Die Therapiemöglichkeiten für Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa unterscheiden sich je nach Schwere der Erkrankung und auch je nach Befallsmuster – je nachdem, wo man im Darm eine Entzündung hat.

    Bei Colitis Ulcerosa gibt es sehr nebenwirkungsarme Medikationen mit 5-Aminosalicylsäure, die man primär schlucken kann, aber bei Mastdarmbefall oder linksseitigem Dickdarmbefall auch als Zäpfchen, Einläufe oder Schäume nehmen kann. Wenn man sie sehr schnell nach Krankheitsbeginn einnimmt, dann wirken sie sehr stark und können die Entzündung im Keim ersticken. Wichtig ist, diese Medikationen auch langfristig fortzusetzen, um keinen Rückfall zu provozieren.

    Wenn wir jetzt auf den schweren Verlauf der Colitis Ulcerosa zurückkommen, dann sind oft auch Cortison und andere immunsupressive Therapien erforderlich. Die modernsten dieser Therapien sind Biologika-Therapien, insbesondere Anti-TNF-Antikörper-Therapien, aber auch neuere Antikörper, die das Auswandern von Entzündungszellen in den Darm verhindern.

    Es ist neulich auch eine neue Therapie mit kurzen Molekülen zugelassen worden, die man schlucken kann. Weil die meisten Biologika-Therapien werden als Spritzen oder als Infusionen gegeben.

    All diese Biologika und immunsupressiven Therapien stehen natürlich auch für den Morbus Crohn zur Verfügung. Hier wird man eher frühzeitig auf immunsupressive Therapien schalten. Insbesondere wird man bei sehr jungen Patienten früh diese Therapien beginnen, um die Krankheit nicht fortschreiten zu lassen, um spätere Komplikationen mit Operationen zu verhindern.

    Was meinen Sie zur Stuhltherapie?

    Diese Stuhltherapien werden oft auch als Stuhltransplantation genannt und stehen natürlich sehr im Fokus der Forschung. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass insbesondere bei der Colitis Ulcerosa eine gewisse Effektivität sein dürfte. Allerdings ist das weit entfernt von einer Zulassung und man kann davon ausgehen, dass ungefähr 30 Prozent der Colitis-Patienten davon profitieren können. Der Aufwand hierfür ist beträchtlich.

    Wie kann man sich so eine Stuhltransplantation vorstellen?

    Eine Stuhltransplantation bedarf eines gesunden Stuhlspenders. Der ist ganz wichtig für den Erfolg dieser Stuhltransplantation oder fäkalen Mikrobiom-Transplantation, da hier dieser neue Stuhl sozusagen ein entzündungsfreies Klima im Darm erzeugen soll.

    Man arbeitet noch allseits daran, diese optimalen Stuhlspender zu finden. Es wird der Stuhl von diesen gesunden Spendern gereinigt und nur eine flüssige Suspension – also ein bisschen Flüssigkeit – dem Patienten entweder direkt in den Darm verabreicht oder in Kapseln zu schlucken gegeben.

    Jetzt haben wir einiges zu den Therapiemöglichkeiten gehört. Was ist das Ziel der Behandlung?

    Das Ziel der Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Früher war man damit zufrieden, dass es den Patienten besser geht, dass er wenig Beschwerden hat. Heute zielt man eindeutig auf eine relative Entzündungsfreiheit oder Entzündungsarmut. Nur dadurch kann man sicherstellen, dass Rückfälle seltener werden bzw. keine Komplikationen mit Operationen in der Zukunft auftreten. Man kann das auch sehr gut Kontrollieren, indem man den Stuhl auf Entzündung kontrolliert. Diese Stuhlbestimmung nennt sich Calprodectin im Stuhl.

    Wie ist das Ansprechen auf die medikamentöse Therapie?

    Das Ansprechen auf die meisten neueren Therapien ist eigentlichen ausgezeichnet. Man rechnet damit, dass 60 bis 80 Prozent der Patienten darauf ansprechen und zumindest 30 bis 50 Prozent auch in eine sehr gute, entzündungsfreie Phase – genannt Remission – damit kommen können.

    Sie haben vorhin das Wort „Mikrobiom“ erwähnt – was kann ich mir darunter vorstellen?

    Das Mikrobiom – hier geht es eigentlich um das Stuhlmikrobiom – das sind alle Bakterien, die beim Menschen als Mitbewohner in seinem Darm vorkommen. Das eigentlich zu dem jeweiligen Menschen gehören – so wie seine Augenfarbe auch individuell sehr verschieden ist – und wichtig für seine Funktion im Darm ist. Das heißt, das Mikrobiom bestimmt, wie schnell die Dinge durch den Darm gehen, wie gut sie ausgenutzt werden. Wie die Bestandteile der Nahrung nachverdaut werden. Wie Blähungen entstehen. Wie Bauchschmerzen entstehen. Und letztendlich, ob Entzündung entsteht.

    Welchen Einfluss hat das Mikrobiom jetzt genau auf unsere Darmgesundheit?

    Das Mikrobiom hat einen sehr wesentlichen Einfluss auf die Darmfunktion. Das heißt, ob wir mehr oder weniger Stuhl haben. Wie häufig wir Stuhl haben. Das beschreibt genau das, was wir unter Darmgesundheit verstehen.

    Wie kann ich das Mikrobiom beeinflussen?

    Im Prinzip beeinflusst alles das, was wir langfristig tun und wie wir langfristig leben auch das Mikrobiom. Als erstes natürlich eine Diät. Alles was wir zur Ernährung zuführen, wird vom Mikrobiom wahrgenommen und danach verändert es sich oder bleibt konstant. Aber auch Stress verändert das Mikrobiom. Durch Dauerstress kann es hier zu einer Verminderung der Diversität, also der Vielfalt, des Mikrobioms kommen. Medikamente verändern das Mikrobiom, wie eben zum Beispiel Antibiotika. Auch rauchen verändert das Mikrobiom. Es gibt viele, viele Einflüsse. Fast nichts, was wir langfristig tun, bleibt vom Mikrobiom unbeobachtet.

    Wie kann ich mir vorstellen, dass die psychische Gesundheit die Darmentzündung beeinflusst?

    Wie gesagt: Stress hat bei jedem Menschen, auch unabhängig von CED, einen Einfluss auf die Entzündung. Er erhöht die Entzündungsbereitschaft. Und natürlich, hier wo schon eine Anlage zur Darmentzündung gegeben ist, wird eine vermehrte Entzündungsreaktion erfolgen. Dadurch ist er auch zu meiden und gewisse Entspannungstherapien bis zur Bauchhypnose erscheinen hier als Begleittherapie sehr sinnvoll.

    Was ist das: Bauchhypnose?

    Unter Bauchhypnose versteht man nicht das, was man vielleicht im Fernsehen bei Shows sieht, wo man sich passiv einer Hypnose hingibt. Sondern es geht darum, dass man sich selbst in Hypnose versetzen kann und dadurch einen tiefen Entspannungszustand erreicht. Und damit auch ein entspannteres Leben garantieren kann.

    Was mach ich als PatientIn mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten auf Reisen? Was habe ich da zu beachten?

    Man sollte bei Auslandsreisen, insbesondere in Länder der Dritten Welt, natürlich die üblichen Hygienevorschriften beachten. Insbesondere dieses Schlagwort „cook it, peal it, or leave it“, um Darminfektionen zu vermeiden. Darminfektionen können vermehrt Entzündung im Darm des CED-Betroffenen hervorrufen und das möchte natürlich keiner während des Urlaubes provozieren.

    Und wenn dann der Sommer vorbei ist und die Zeit der Verkühlungen kommt, was habe ich als PatientIn da zu beachten?

    Üblicherweise sind die meisten „Verkühlungen“ oder die Grippe viral bedingt. Hier sind keine Antibiotika nötig und sollten auch deswegen vermieden werden, weil Antibiotika natürlich wieder zu einer enormen Umstrukturierung des Mikrobioms führen und dadurch vielleicht auch Entzündungen anheizen könnten.

    Gibt es etwas, dass Sie den Patienten und Angehörigen noch mitteilen möchten?

    Den Patienten möchte ich sagen: Es ist ganz wichtig am Ball zu bleiben. Es ist wichtig, früh auf die Erkrankung zu reagieren und hier genügend an Medikation einzunehmen. Damit kann man den Erkrankungsverlauf deutlich verbessern. Man kann im Endeffekt langfristig Medikamente einsparen.

    Wir können heute, wenn wir diese Erkrankungen rechtzeitig behandeln, wirklich ausgezeichnete Lebensqualität erzeugen, wenn eben rechtzeitig hier reagiert wird.

    Den Angehörigen möchte ich sagen: Unterstützen Sie die Betroffenen, das hilft. Aber machen Sie ihnen keine Vorschriften, die aus Ihrem eigenen Leben stammen.

    Danke für die Einladung zu diesem Gespräch, denn CED ist mir ein großes Anliegen.

  • FOLGE 5

    Leben mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung

    Erscheint am 24. Mai 2019

    FOLGE 5

    Leben mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung

    Ing. Evelyn Groß

    Ing. Evelyn Groß ist Präsidentin der ÖMCCV* , EFCCA**Beauftragte und…More

    Ing. Evelyn Groß ist Präsidentin der ÖMCCV* , EFCCA**Beauftragte und Initiatorin der Initiative „CED-Kompass“.

    Evelyn Groß ist seit knapp 20 Jahren bei der ÖMCCV* im Einsatz für Betroffene von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Informationstage, Selbsthilfe-Treffen und Vernetzungen im sozialen Bereich sowie der Gesundheitspolitik stehen hierbei im Vordergrund, denn das Motto der ÖMCCV* lautet: „von Betroffenen für Betroffene“. Seit knapp 30 Jahren lebt auch sie mit der chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) Morbus Crohn und weiß daher ganz genau, wie vielseitig die Bedürfnisse der Betroffenen sein können. Sie weiß jedoch auch, wie wichtig es ist, dass die Betreuung von Betroffenen über die medizinische Therapie hinaus geht, da im Zuge der Erkrankung viele Herausforderungen im Alltag anstehen. Dies war mit ein Beweggrund für die Gründung des „CED-Kompass“ im Mai 2018 – eine Initiative der ÖMCCV*, mit welcher vor allem jüngeren Betroffenen jene Orientierung gegeben werden soll, welche sie im Alltag mit der Erkrankung benötigen. Mit Services wie der CED-Helpline, dem WhatsApp Infochannel, Facebook, Instagram, Twitter und Co. bewegt man sich hier genau am Puls der Zeit.

    Ihr Engagement in punkto Selbsthilfe und Vernetzung geht auch weit über nationale Grenzen hinaus, denn sie tritt seit Jahren auch auf internationaler Ebene für die Bedürfnisse von Betroffenen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ein.

    Nähere Infos zur ÖMCCV* unter www.oemccv.at

    Nähere Infos zum CED-Kompass unter www.ced-kompass.at

    *ÖMCCV: Österreichische Morbus Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung, EFCCA: European Federation of Crohn’s & Ulcerative Colitis Associations

    Less
  • FOLGE 6

    Gesundheit als Faktor für Glück und umgekehrt

    Erscheint am 17. Juni 2019

    FOLGE 6

    Gesundheit als Faktor für Glück und umgekehrt

    Dr. Elisabeth Oberzaucher

    Elisabeth Oberzaucher studierte Zoologie an den Universitäten Wien und Würzburg….More

    Elisabeth Oberzaucher studierte Zoologie an den Universitäten Wien und Würzburg. Sie promovierte in Anthropologie mit Spezialisierung auf das menschliche Verhalten. Forschungsschwerpunkte: Mensch-Umwelt-Interaktionen, nonverbale Kommunikation sowie Partnerwahl und Attraktivität. Sie lehrt an der Universität Wien, leitet das Forschungsinstitut Urban Human, und ist Vizepräsidentin der International Society for Human Ethology. Ihr Buch „Homo urbanus, ein evolutionsbiologischer Blick in die Zukunft der Städte“ wurde als Wissenschaftsbuch des Jahres 2018 nominiert. www.oberzaucher.eu

    Less
  • FOLGE 7

    Motivation & Adhärenz

    Erscheint am 15. Juli 2019

    FOLGE 7

    Motivation & Adhärenz

    Dr. Roman Szeliga

    Er ist Arzt und Manager, Moderator, Vortragender und Autor. Die…More

    Er ist Arzt und Manager, Moderator, Vortragender und Autor. Die Klammer, die all das zusammenhält, ist der Humor: als soziale Kompetenz, die in der Lage ist, Menschen zu motivieren, mitzureißen und zu führen.

    Als Mitbegründer der CliniClowns erkannte Dr. Szeliga die positiven Auswirkungen des Humors auf die gesundheitliche Heilung schwerkranker Kinder. Heute setzt er sich als Vortragender dafür ein, dass auch Unternehmen das Potenzial des Humors erkennen und nutzen. Humorvoll und kurzweilig wird er uns heute durch das Interview führen.

    Less
  • FOLGE 8

    Antibiotika – die nächste Stufe der Evolution?

    Erscheint am 12. August 2019

    FOLGE 8

    Antibiotika – die nächste Stufe der Evolution?

    Dr. Elisabeth Oberzaucher

    Elisabeth Oberzaucher studierte Zoologie an den Universitäten Wien und Würzburg….More

    Elisabeth Oberzaucher studierte Zoologie an den Universitäten Wien und Würzburg. Sie promovierte in Anthropologie mit Spezialisierung auf das menschliche Verhalten. Forschungsschwerpunkte: Mensch-Umwelt-Interaktionen, nonverbale Kommunikation sowie Partnerwahl und Attraktivität. Sie lehrt an der Universität Wien, leitet das Forschungsinstitut Urban Human, und ist Vizepräsidentin der International Society for Human Ethology. Ihr Buch „Homo urbanus, ein evolutionsbiologischer Blick in die Zukunft der Städte“ wurde als Wissenschaftsbuch des Jahres 2018 nominiert. www.oberzaucher.eu

    Less
  • FOLGE 9

    Das “Medikament” Sport

    Erscheint am 16. September 2019

    FOLGE 9

    Das “Medikament” Sport

    Herzkasperl

  • FOLGE 10

    Volkskrankheit Diabetes

    Erscheint am 14. Oktober 2019

    FOLGE 10

    Volkskrankheit Diabetes

    Sprecher tbc

  • FOLGE 11

    Wärmende und gesunde Speisen zur kalten Jahreszeit

    Erscheint am 18. November 2019

    FOLGE 11

    Wärmende und gesunde Speisen zur kalten Jahreszeit

    Zuckerpuppe

  • FOLGE 12

    Schlafrhythmuswecker

    Erscheint am 9. Dezember 2019

    FOLGE 12

    Schlafrhythmuswecker

    Herzkasperl

LUST AUF MEHR?

Besuchen Sie uns auf www.medi-merck.at und erfahren Sie mehr rund um Therapiegebiete, Produkte und Services von Merck.